Besser spät als nie: Deadpool kommt ins Kino

Deadpool – Der etwas andere Superheld

Er ist ein wenig so wie der komische Onkel oder Cousin, mit dem man bei Familienfeiern definitiv nicht an einem Tisch landen möchte: Immer laut, oft vulgär und mehr als ein kleines Bisschen verrückt mischt Deadpool nun schon seit rund 25 Jahren das Marvel Universum auf und schreckt dabei eigentlich vor keiner Tat zurück. Nach langem Kampf hat es der bei Comic-Geeks äußerst beliebte Charakter nun auch endlich ins Kino geschafft. Die Comicverfilmung mit Ryan Reynolds in der Hauptrolle startet in Deutschland am 12. Februar, wobei sich viele Fans erhoffen, dass sie den ersten, weniger ruhmreichen Film-Auftritt der Figur wieder vergessen macht.

Durch die vierte Wand

Wade Wilson aka Deadpool feierte sein Comic-Debüt im Jahr 1991 im Zuge der Reihe „New Mutants“ und damit im Kreise der bekannteren X-Men. Wenn auch selbst kein Mutant, verfügt er aufgrund eines wissenschaftlichen Experiments über die gleichen Heilungskräfte wie Wolverine und ist damit praktisch nicht zu töten. Zu Beginn agierte Wilson primär als Schurke, bevor er dann nach und nach in eine Art Anti-Helden-Rolle rutschte. Seine große Klappe (im Original trägt er auch den Titel „Merc with a Mouth“, also der „Söldner mit großer Klappe“) gepaart mit seinem teils wahnsinnigen Verhalten machten ihn schnell sehr populär bei den Comicfans. Hinzu kommt, dass die Figur über eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung verfügt, was sich in den Comics unter anderem durch das Durchbrechen der vierten Wand äußert: Wilson ist sich in den Geschichten bewusst, dass er ein Superheld in einem Comic ist. Nicht selten wendet sich der Charakter an die Leser und spricht sie direkt an. In der Mini-Serie „Deadpool Kills the Marvel Universe“ gelang es Wilson sogar, alle Helden des Marvel-Universums zu töten und dann in die reale Welt auszubrechen, wo er am Ende auf die Autoren und Zeichner seines eigenen Comics trifft.

Über einen geleakten Trailer erneut ins Kino

So beliebt Wade Wilson in den Comics auch ist, hatte er im Kino bisher nur bedingt Erfolg. Eine Verfilmung ist schon eine ganze Weile in Planung, wirklich vorwärts ging es damit jedoch lange nicht. Nachdem die Pläne für einen Solo-Film irgendwann zu den Akten gelegt wurden, entschloss sich 20th Century Fox Deadpools Debüt im Zuge des ersten Wolverine-Films stattfinden zu lassen. Hollywood-Beau Ryan Reynolds übernahm die Rolle, die er zuvor auch schon im Solo-Film spielen sollte. Das Endergebnis in „X-Men Origins: Wolverine“ dürften die meisten Fans des Charakters jedoch bis heute zwanghaft verdrängen, hatte es mit der Comicfigur doch kaum noch etwas zu tun. Anschließend wurde es ziemlich ruhig um Wade Wilson. Hinter den Kulissen kämpften Ryan Reynolds und ein paar Produzenten jedoch weiterhin mit Herzblut für einen Solofilm. Am Ende führte ein geleakter Konzept-Trailer, welcher im Internet zum Hit kursierte, dazu, dass sie endlich ihre Chance bekommen sollten.

Klassisch im roten Kostüm

Im Kinoabenteuer ist Wade Wilson ein Ex-Soldat, der unheilbar an Krebs erkrankt. Um zu überleben und seine Freundin Vanessa (Morena Baccarin, „Homeland“, „Firefly“, „V – Die Besucher“) heiraten zu können, entschließt er sich, an einem geheimen und gefährlichen Experiment teilzunehmen. Dummerweise hat Ajax, der Leiter des Experiments, Wilson belogen. Fortan verfügt der ehemalige Soldat über übermenschliche Kräfte, ist jedoch auch stark entstellt und leicht irre. Als Ajax im Anschluss zudem auch noch seine Freundin kidnappt, hat Wade Wilson endgültig genug. Er wirft sich in ein rotes Kostüm und macht als Deadpool Jagd auf alle, die für seinen Zustand verantwortlich sind. Unterstützung erhält er dabei von den beiden Mutanten Colossus (Mitglied der X-Men) und Negasonic Teenage Warhead (in den Comics Schülerin von X-Men-Mitglied Emma Frost).

Kein Avenger auf absehbare Zeit

Im Gegensatz zu den Marvel-Comics wird man Deadpool jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit nicht schon bald bei den Avengers sehen. Die Rechte an dem Charakter liegen, wie bei Spider-Man, nicht mehr bei Marvel, sondern bei 20th Century Fox. Ähnlich wie die X-Men hat der Deadpool-Film also keine Verbindung zum MCU (Marvel Cinematic Universe), was den Spaß jedoch kaum schmälern dürfte. Anhand der bisherigen Trailer können sich Fans auf ein unterhaltsames und spaßiges Action-Spektakel freuen, das aufgrund der vergleichsweise hohen Altersfreigabe vermutlich keine Kompromisse macht.

FSK 18-Trailer

 

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