Blickpunkt: Das Marvel Cinematic Universe

Mit dem Marvel Cinematic Universe, kurz MCU, ist dem einstigen reinen Comicverlag Marvel ein filmisches Meisterstück gelungen, dass in jedem Jahr Millionen von Fans begeistert. Allein die 12 bisher produzierten Filmen konnten gemeinsam mehr als 9 Milliarden Dollar einspielen, was das MCU zur erfolgreichsten Filmreihe aller Zeiten macht. Gleichzeitig drängen die Comichelden nun auf die TV-Bildschirme und erfreuen sich auch dort großer Popularität. Dies alles grenzt beinahe an ein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Verlag in den 1990er Jahren beinahe vor dem Aus stand.

Aus der Not wird eine Tugend

Die 90er Jahre waren für die Comicindustrie so etwas wie der Angriff Lokis auf New York City. Aufgrund falscher Strategien und vieler schlechter Comics brachen die Verkaufszahlen in beängstigendem Maße ein, was viele Verlage hart traf. Auch Marvel rutsche in dieser Zeit tief in die roten Zahlen und stand sogar kurz vor dem Bankrott. Retten konnte man sich anschließend nicht nur durch bessere Inhalte, sondern vor allem auch durch den Verkauf von Filmrechten. Der Kauf dieser Rechte erwies sich für die jeweiligen Filmstudios als wahre Goldgrube und man verdiente mit Spider-Man, den X-Men und den Fantastic Four Hunderte von Millionen Dollar. Allerdings sah der Verlag selbst von diesem Geld nur einen Bruchteil. Daher beschlossen die Verantwortlichen, fortan selbst die Produktion der Filme zu übernehmen. Die Tatsache, dass man zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Besitz der Rechte an den populärsten, eigenen Helden war, verkomplizierte die Sache jedoch erheblich.

Das MCU wird geboren

Wenn die besten Helden nicht mehr im Sortiment sind, muss man den Fans eben etwas anderes bieten. Nach diesem Motto ging Produzent Kevin Feige vor und konzipierte Phase 1 des MCU. Zugegeben, wäre "Iron Man" mit Robert Downey Jr. in die Hose gegangen, hätte man vermutlich nie wieder etwas von den Plänen, mehrere Helden erst in Einzelfilmen einzuführen und anschließend in einem großen Abenteuer zusammenzubringen, gehört.

Letztendlich erwiesen sich die Marvel-Filme und vor allem "The Avengers" aber als absolute Hits. Die Fortsetzung war wenig überraschend schnell beschlossene Sache und so startete mit "Iron Man 3" schon bald Phase 2 des MCU. Um Abnutzungserscheinungen vorzubeugen, zeigt sich schon bald, dass die Produzenten versuchten, auf mehr Abwechslung zu setzen. Die Fortsetzung zu "Captain America - The First Avenger" beinhaltet beispielsweise Elemente eines Polit-Thrillers und unterscheidet sich damit deutlich von Teil 1. Gleichzeitig lernten die Fans mit den "Guardians of the Galaxy" das kosmische Umfeld des MCU kennen. Die wohl im Vorfeld unbekanntesten Helden erwiesen sich als einer der unterhaltsamsten Filme und brachten eine tolle Team-Dynamik auf die Leinwand.

Der Sprung ins Fernsehen

Dass das MCU nicht nur Qualität im Kino abliefert, sondern auch im Serienbereich überzeugen kann, bewies Marvel dann in diesem Jahr. Nachdem man mit "Agents of S.H.I.E.L.D." und "Agent Carter" bereits zwei TV-Serien etablierte hatte, folgte im April der Start zu einem ganz neuen Projekt.

Die vier Helden Daredevil, Jessica Jones, Luke Cage und Iron Fist sollten jeweils eine eigene Serie auf dem Streaming-Dienst Netflix bekommen und im Anschluss als Defenders gemeinsam auf Verbrecherjagd gehen. Den Anfang machten "Daredevil" und "Jessica Jones", deren erste Staffeln in diesem Jahr veröffentlicht wurden. Beide Serien erhielten tolle Kritiken und zeigten mit ihrem eher geerdeten, dunklen Ansatz eine vollkommen andere Seite in das MCU.

Phase 3 und der Infinity War

Mit dem Jahr 2016 startet nun auch Marvels Cinematic Universe im Kino in eine neue Phase. An deren Ende soll dann endlich die übergeordnete Handlung um die Infinity Steine aufgelöst werden, die bisher einen Großteil der Abenteuer miteinander verbindet. In einem abschließenden Zweiteiler nehmen es die Helden des MCU dann endlich mit Oberschurke Thanos auf.
Interessanterweise nutzen die Filme von Phase 3 als Untertitel verstärkt Namen, die Comic-Fans mit bestimmten Storylines assoziieren. Wie bisher typisch für das MCU lehnt man die Geschichten meist jedoch nur an die Originale an und geht anschließend in eine andere Richtung. Comic-Leser können sich so bei den Filmen zwar regelmäßig über Easter Eggs freuen, eine tatsächliche Verfilmung der Comicevents, wie beispielsweise "Civil War" findet jedoch nicht statt.

Dafür ist das Aufeinandertreffen der Avengers mit Thanos nicht das einzige Highlight, auf das sich die Fans freuen können. Durch einem Deal mit Rechteinhaber Sony kehrt auch endlich Spider-Man zu seinen Ursprüngen zurück und wird schon bald durch das gleiche filmische Universum wie Captain America, Thor und Tony Stark schwingen.
 
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